Zusammenfassungen


Zentrale Zusammenfassungen zu den Arbeiten zum Werk und Leben von Eduard Wilsing sowie zu den durch seinen Urgroßvater, Johann Gottlieb Preller, und ihn mit bewirkten musikhistorisch bedeutsamen Entwicklungen werden in den beiden Veröffentlichungen des LIT-Verlages ausführlich dargestellt:

"Eduard Wilsing - Kommentierte Chronologie zu seinem Leben und seiner Bedeutung im Zusammenhang mit Bach - Mendelssohn Bartholdy und der Musikgeschichte"
ISBN 978-3-643-15573-3 (br.)
ISBN 978-3-643-35573-7 PDF)

sowie
"Dortmund eine Bach-Stadt; Dortmunds Bedeutung für die Sicherung des Werkes von Johann Sebastian Bach und die Musikgeschichte"
ISBN | 978-3-643-15715-7

Eine Übersicht über die Veröffentlichung mit Bestellmöglichkeiten ist hier zu finden.

Aktuelle Ergänzungen zu diesen Arbeiten, die sich aus neuen Kenntnissen ergeben, sollen später hier veröffentlicht werden.

Auf einzelne Ergebnisse, die sich am Rande der Arbeiten ergeben haben, wird nachfolgend eingegangen.

Zusatz-Ergebnisse aus den Arbeiten zu Eduard Wilsing

Dortmund eine Bachstadt –
der Weg der Mempel-Preller-Sammlung über Dortmund ins Bach-Archiv Leipzig 

Dass die durch Johann Gottlieb Preller nach Dortmund gekommene Abschriftensammlung von Werken Johann Sebastian Bachs über dessen Urenkel Eduard Wilsing schließlich seit 2014 im Bach-Archiv Leipzig ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtwerkes ist, zeichnet das Wirken der in Dortmund wirkenden Personen und damit auch die Stadt selber aus.  ....

Weihnachtsoratorium von J.S. Bach

Eduard Wilsing erstellte für die erste vollständige Wiederaufführung des Werkes am 17.12.1857 einen Klavierauszug.

Eduard Wilsing, der u.a. von Robert Schumann als ein wahrer Nachfolger von J.S. Bach bezeichnet wurde, hatte durch seine Kenntnis des Bachwerkes auch herausragende Klavierauszüge auch zur Matthäus-Passion erstellt. Im Zuge der Befassung mit der Geschichte des Weihnachtsoratoriums wurde deutlich, dass diese vielfach unzutreffend dokumentiert wurde. Eine kurze tabellarische Übersicht gibt eine Übersicht. Eine ausführlichere Beschreibung erfolgt in der genannten Veröffentlichung.

Tradition des Dortmunder Orchesterwesens


Die Tradition des Dortmunder Orchesterwesens geht auf die im Jahr 1764 erfolgte Bildung des "Collegium musicum" zurück. Dieses erfolgte unter maßgeblicher Mitwirkung von Johann Gottlieb Preller und Bürgern der Stadt gebildet.
J.G. Preller wurde im Jahr 1753 als Landmesser und Kantor für alle lutherischen Kirchen durch den Rat der Stadt Dortmund bestellt. Mit der Gründung im Jahr 1764 erfolgte sie lediglich 19 Jahre nach der Bildung des im Jahr 1743 durch 16 Bürger in Leipzig gebildeten "Leipziger Conzerts". Diese wurde erst im Jahr 1781 als "Gewandhausorchester" bezeichnet. Es gilt als das älteste bürgerliche Orchester der Welt.  In der Veröffentlichung des LIT-Verlages wird die Geschichte des Orchesterwesens in Dortmund mit seiner außergewöhnlich langen Tradition nachgezeichnet. Eine kurze Zusammenfassung steht zur Verfügung.

Eduard Wilsing und die "Bach-Renaissance"

Eduard Wilsing hatte mit der Erstellung eines Klavierauszuges für die erste vollständige Wiederaufführung des Weihnachtsoratoriums am 17.12.1857 - 122 Jahre nachdem der Aufführung am 6.1.1735 durch J.S. Bach einen wesentlichen Anteil daran, dass "Bach" wieder bekannt wurde.

Auch seine Klavierauszüge zu der Matthäus-Passion, die nach dem Tode von  Felix Mendelssohn Bartholdy für Aufführungen in Wien, Paris und London zur Verfügung standen, trugen dazu dazu bei, das Werk vor der Vergessenheit zu bewahren, da die Anzahl der Aufnahmen abnahm.

Wenn Felix Mendelssohn Bartholdy im Zusammenhang mit der Aufführung der Matthäus-Passion im Jahr 1829 die Bach-Renaissance zugesprochen wurde, wird verdrängt, dass vor ihm bereits mit der Einstudierung begonnen wurde und er das Werk auf der Grundlage Partitur und Vorbereitung seines Lehrer, Carl Friedrich Zelter, aufführte.

So wurde bei der Befassung mit der Geschichte des Weihnachtsoratoriums deutlich, dass der mit den Wirken von Felix Mendelssohn Bartholdy begonnene Eindruck der begonnenen "Bach-Renaissance" - wie es Axel Fischer nennt, "nicht mehr als ein liebgewonnener Mythos ist" und dementsprechend auch Eduard Wilsing einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet hat.

Zusammenfassung vom 5.11.2025

Anteile der Familien Itzig/Hitzig, Preller und Mendelssohn Bartholdy an dem Erhalt der Werke von 
Johann Sebastian Bach

Aus der Übersicht wird deutlich, dass die musikalische Förderung von Felix und Fanny Mendelssohn Bartholdy und ihr Zugang zu den Werken von J.S. Bachs in besonderer Weise aus dem Zusammenhang der Familie Itzig/Hitzig erfolgte. Darauf konnten Fanny und Felix darauf aufbauen, dass bereits Vorfahren frühzeitig die Bedeutung der Werke von J.S. Bach zutreffend eingeschätzt, gesammelt und gepflegt hatten. Insofern ist es weder angemessen, dass die Bachpflege vorrangig als die aus der Familie "Mendelssohn" stammend darzustellen, als auch Felix Mendelssohn Bartholdy die zentrale Bedeutung bei der Bach-Renaissance zuzusprechen. 
Ein bedeutendere Anteil liegt auch bei der Familie Itzig/Hitzig, zu der auch die Ehefrau von Eduard Wilsing, Clara Wilsing, geb. Hitzig, gehört.
Zudem stand Eduard Wilsing eine von seinem Urgroßvater erstellte Sammlung zur Verfügung in der sich u.a. auch bedeutende Bachwerke befanden.

Clara und Robert Schumann - eine Verbindung mit Eduard Wilsing

Die im Konzerthaus Dortmund am 1.2.2026 stattfindende Aufführung der beiden a-Moll-Klavierkonzerte von Clara und Robert Schumann (op. 7 und op. 54), die als gegenseitige Liebeserklärungen angesehen werden, erinnern daran, dass die "Schumanns" in einem Kontakt mit dem aus Dortmund stammenden Komponisten Eduard Wilsing standen. Robert Schumann war von Wilsings 16stimmigen Psalmvertonung "De profundis" so begeistert, dass er sie als ein Werk der hohen Kunst des Tonsatzes bezeichnete, die man sonst nur bei Johann Sebastian Bach findet. Seine Anregung an "Leipziger Freunde" führte dazu, dass das Werk noch innerhalb des Jahres am 29.10.1853 in der Thomaskirche uraufgeführt wurde.