29. Mai 2025 // 18:00 Uhr

ORGELVESPER ZUM HIMMELFAHRTSTAG

Werke von Bach (BWV 532), Messiaen sowie Improvisationen


Christian Drengk, Orgel
 
Alleine der Hinweis darauf, zu Beginn Orgelvesper Präludium und Fuge in D-Dur (BWV 532) von Johann Sebastian Bach  gespielt wird, lässt nicht erkennen, welche außergewöhnliche musikhistorische Bedeutung dieses Werk auch für Dortmund hat. Es ist anzunehmen, dass Christian Drengk das Werk spielt, dass schon vor 272 in Dortmund erklungen ist. Evtl. sogar schon 14 Jahre nach dem Tode von Johann Sebastian Bach.
So wird mit diesem Werk und anderen Werken von Bach deutlich, dass Dortmund spätestens seit 1753 einen sehr außergewöhnlichen Bezug zu Bach hat. 

 
Dies ergibt sich aus folgendem Zusammenhang:
 
Die Abschrift dieses Bachwerkes ist Bestandteil einer Sammlung, die Johann Gottlieb Preller, der Urgroßvater des 1809 in Hörde geborenen Komponisten Eduard Wilsing, 1753 mit nach Dortmund brachte.
Durch den Rat der Stadt Dortmund wurde Johann Gottlieb Preller als Landmesser und Kantor für alle lutherischen Kirchen berufen.

Er hatte Abschriften von damals namhaften Komponisten gesammelt und erstellt. Das galt in besonderer Weise auch für Werke von Johann Sebastian Bach. Zu dessen Werken hatte er Zugang, da er zu Lebzeiten Bachs (Bach starb am 28.7.1750), gemeinsam mit Bach-Verwandten in Jena studierte. So gelangte er an Bachwerke und ahnte nicht, dass er fast 100 Werke mit den letzten Fassungen von Bach vor sich hatte. In seine Sammlung hatte er unter anderem auch die von seinem Lehrer, Johann Nikolaus Mempell, erstellte Abschrift des Bach-Werkes 532 übernommen, die jetzt am 29.5. zur Aufführung kommen soll!

Die Abschriftensammlung erhielt der Urgroßenkel Eduard Wilsing, der sich durch das Studium der Werke das Komponieren (damals Tonsetzen genannt) eigenständig erschloss. Er verwendete die Noten als Organist an der Hauptkirche in der Hanse- und Festungsstadt Wesel, dem Willibrordi-Dom.
Das Bekanntwerden dieser Sammlung mit den letzten Fassungen von Bach führte mit dazu, dass alle Klavier- und Orgelwerke Bachs 1904 unter Bezug auf die "Neuen Funde" neu herausgegeben wurden, obwohl das erste Gesamtverzeichnis aller Bachwerke erst 1900 erschienen war.

Die Sammlung wird in der Musikwissenschaft „Mempell-Preller-Sammlung“ genannt und ist seit 2014 eine der 5 Säulen des gesamten Bachwerks im Bach-Archiv Leipzig. Bei der Sichtung der Sammlung im Bach-Archiv wurde festgestellt, dass Eduard Wilsing auf leeren Seiten einer Abschrift eigene Kompositionen notiert hatte und dass etliche Bachwerke heute nur durch diese Sammlung in der bekannten Fassung erhalten sind.
Das gilt z.B. auch für die Choräle „Vom Himmel hoch“ und „In dulci jubilo“.

Insofern wird Christian Drengk mit der Aufführung dieses Werkes einen außerordentlich bedeutsamen musikhistorischen Bogen schlagen:
Dortmund ist seit 1753 eine Bach-Stadt, zu dem auch der seit 125 Jahren bestehende Bach-Chor am kommenden Samstag einen Beitrag leistet.

Der Eintritt zu der Orgelvesper ist frei. Spenden werden erbeten.

Medienankündigung

Programmblatt der Orgelvesper, indem auf Anregung der musikhistorische Bezug dem Bestandteil des Bach-Werkes, das von Johann Gottlieb Preller mit seiner Abschriftensammlung im Jahr 1753 mit nach Dortmund gebracht wurde.

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Die Sinfonie von Eduard Wilsing ist auf Schallplatte erschienen

Ein Live-Mitschnitt der (erst zweiten) Aufführung vom 15.9.2024 der Sinfonie, die Eduard Wilsing 1832 in Wesel  für "sein Dortmunder Orchester" komponiert hatte, wurde am 13.6.2025 übergeben. Das Dortmunder Jugendorchester DOJO von DORTMUND MUSIK hatte das Werk unter der Leitung von Achim Fiedler aufgeführt.
Weitere Informationen im Bereich
Veranstaltungen.

Die kommentierte Chronologie zu Eduard Wilsing ist veröffentlicht

Das Ergebnis umfangreicher Recherchen ist veröffentlicht. Dabei wird das Leben und Werk des aus Hörde (heute Dortmund) stammenden Komponisten im Zusammenhang mit seiner Familien- und der Zeitgeschichte betrachtet und so ein anderer Blick auch auf die musikgeschichtliche Bedeutung seines Wirkens erkennbar.
Weitere Informationen auch auf der Seite Veröffentlichungen.
Informationen zur Vorstellung des Buches am 6.8.2025 auf der Veranstaltungsseite.

ISBN 978-3-643-15573-3 (br.) 
ISBN 978-3-643-35573-7 (PDF)

Bezug über den Buchhandel und den 
LIT Verlag. 

 
21.10.2025 -
am 216. Geburtstag von Eduard Wilsing:
 


Die Christuskirche in Bochum – ein Schlüssel für den Zugang zum Dortmunder Komponisten Eduard Wilsing (1809-1893) 

Auf die Bedeutung von Eduard Wilsing im Zusammenhang mit der in der Christuskirche am 19.4.1891 erfolgen Uraufführung seines Hauptwerkes, des Oratorium "Jesus Christus" wird in der Veranstaltung der Stadtbibliothek Bochum eingegangen. Dabei wird der umfängliche Zusammenhang seines Wirkens und seine musikhistorische Bedeutung beschrieben und mit Musikbeispielen vorgestellt.
 

Dienstag, 21. Oktober, 19:00 – 21:30 

Zentralbücherei der Stadtbücherei Bochum

Gustav-Heinemann-Platz 2–6 
 44787 Bochum 

13.11.2025
Vortragveranstaltung

Eduard Wilsing -
von Hörde in die Musikgeschichte 

 
Aus der Nähe zu seinem Geburtshauses , der Stadtteilbibliothek Hörde, "früher" - 1809 der Bauernhof von Dietrich Denkelmann zu Hörde, wird Eduard Wilsings Lebensweg von der Geburt im Pfarrhaus der reformierten Gemeinde,  heute Phoenix-Gymnasium beschrieben und seine kompositorische Bedeutung für die Musikgeschichte über Dortmund hinaus dargestellt.
Donnerstag, 13.11.2025, 17.30 Uhr
Stadtteilbücherei Hörde
Hermannstraße 33 - 44263 Dortmund

Auf der Seite "Veranstaltungen" stehen Ergebnisinformationen zur Verfügung, einschließlich einer Referatsskizze.

 

Vorstellung der Veröffentlichung 

Dortmund – eine Bachstadt am 26.11.2025 

im Pianohaus van Bremen Dortmund 

 

Bei der Vorstellung der Veröffentlichung werden die Eckpunkte der Forschungsergebnisse vorgestellt, mit denen erkennbar wurde, dass die „Dortmunder“ Johann Gottlieb Preller (Urgroßvater) und Eduard Wilsing nicht nur einen bedeutenden Anteil an dem Erhalt der Werke von Johann Sebastian Bach haben. Auch wurde deutlich, dass Johann Gottlieb Preller ab 1753 für die Dortmunder Musikgeschichte als Initiator für die Bildung des Collegium musicum den Grundstein für die nun seit 261 Jahren bestehende Orchestertradition und damit die heutigen Dortmunder Philharmoniker gelegt hat. 

 


Weihnachtsoratorium
von 
Johann Sebastian Bach

In diesem Jahr finden Aufführungen des Weihnachtsoratoriums im 291. Jahr nach der Uraufführung am 25.12.1734 in der Kirche St. Nicolai in Leipzig statt. Für die 107 Jahre nach dem Tod erfolgte erste vollständige Wiederaufführung am 17.12.1857 in der Singakademie in Berlin hatte Eduard Wilsing einen Klavierauszug erstellt. Damit hat er mit dazu beigetragen, dass uns dieses Werk heute bekannt ist und für viele Menschen zur Weihnachtszeit gehört. Eine aktuelle Übersicht zu den Zusammenhängen steht zur Verfügung.
(Informationen zur Bearbeitung auf der Seite "Werke und Bearbeitungen".)

Aufführung des Weihnachtsoratoriums durch den Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund


Im Zusammenhang mit den Aufführungen am 12. und 13. in Bochum und am 16.12. im Konzerthaus Dortmund, wurde auch auf die Bedeutung von Eduard Wilsing für den Erhalt des Werkes eingegangen.


Eine Ausstellung im Zusammenhang mit der Aufführung im Konzerthaus Dortmund am 16.12. zeigt Etappen der Geschichte des Werkes auf.


Das Programmheft zum Konzert enthält eine "Geschichte" des Weihnachtsoratoriums im Zusammenhang mit Bedeutung des von Eduard Wilsing für die erste vollständige Wiederaufführung am 17.12.1857 in der Singakademie Berlin.

 

Laudate Dominum

Mit der Veröffentlichung des doppelchörig angelegten Lobgesang des Urgroßvaters von Eduard Wilsing wurde ein weiterer Meilenstein der bisherigen Nachforschungen erreicht. 

Es handelt sich dabei um das einzige von Preller erhaltene Werk, das in Dortmund etwa ab dem Jahr 1753 auch erklungen ist. Es handelt sich um das einzige von Preller erhaltene Werk, das sich in der von ihm erstellten Sammlung befand und auch von Eduard Wilsing in Wesel zur Verfügung stand. 

Die um 1900 in einer "falschen" Sammlung abgelegte Komposition wurde jetzt im Verlag UDM mit ausführlichen Beschreibungen in einer Taschenpartitur und mit dem kompletten Aufführungsmaterial veröffentlicht.

Weitere Informationen und Bezugsquellenhinweise stehen zur Verfügung. 

Felix Mendelssohn Bartholdy

Neben der verwandtschaftlichen Beziehung hat sich Eduard Wilsing in vergleichbarer Weise um den Erhalt der Werke von Johann Sebastian Bach verdient gemacht. Häufig wird für die Bezeichnung von Felix Mendelssohn Bartholdy schlicht "Mendelssohn" verwandt. Diese Kurzfassung entspricht jedoch nicht dem inneren Selbstverständnis, mit dem die Abstammung aus einer Familie jüdischen Glaubens und der Hinwendung zum Christentum, auch bewusst ohne Bindestrich, aufmerksam gemacht wird. Eine ausschließliche Bezeichnung "Mendelssohn" würde damit ausschließlich einen jüdischen Bezug herstellen, obwohl Felix nie "Jude" war. Aufgrund aktuell "entdeckter" Zusammenhänge geht eine Ausarbeitung auf die Hintergründe für die Namenswahl Mendelssohn Bartholdy ein.

Grundlagen der Entwicklung

Es war kein "Urknall" der dazu führte, dass die Bach-Renaissance einsetzte und auch Felix Mendelssohn
Bartholdy herausragende Bedingungen für seine Entwicklung  hatte. Daniel Itzig und Bella Salomon sind in vielfacher Weise bedeutende Beteiligte.
Auf die aktuellen Ergebnisse die sich durch die Befassung mit den Testamenten der Beiden ergaben, wird auf der Seite "Mendelssohn Bartholdy" eingegangen.