Werke und Bearbeitungen

 

Neben Oratorien, einer Sinfonie, kammermusikalischen Werken, Messen, Liedern und Chorsätzen hat Eduard Wilsing auch eine umfangreiche Abhandlung zur Theorie der Musik verfasst. Mit Bearbeitungen von Werken von Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart, Friedrich Friedrich Händel und mit der Erstellung von Klavierauszügen von Oratorien von Johann Sebastian Bach hat er auch einen bedeutenden Anteil daran, dass diese Werke heute zu unserer musikalischen DNA gehören.
Bei den Recherchen hat sich herausgestellt, dass sein Werk wesentlich umfangreicher ist, als dies bisher in Übersichten ausgewiesen wurde. Die zur Verfügung gestellte Übersicht bezeichnet die Arbeiten, benennt die Quellen, über die Werke identifiziert werden konnten, wo sie heute verfügbar sind oder als verschollen gelten müssen und welche inzwischen tatsächlich vorliegen.

Kleine Geschichte zum Entstehen der Sammlung von Werken und Bearbeitungen von Eduard Wilsing.

(Über die in diesem Bereich ausgewiesenen Werke und Arbeiten liegen weitere Arbeiten im Original vor.)

Mit der Beteiligung an der Aufführung des 16-stimmigen Oratoriums "De Profundis" am 11.6.2016 begann die Spurensuche zum Leben und Wirken von Eduard Wilsing. Die Aufführung durch die Dortmunder Philharmoniker unter Beteiligung von 6 Chören mit 300 Mitwirkenden war durch Förderung der Reinoldigilde zustande gekommen, nachdem der bei den Dortmunder Philharmoniker tätige Thomas Rink in der Sächsischen Staatsbibliothek Dresden auf die Handschrift der Partitur gestoßen war. (Titelbild der Partitur.)

Klavierwerke


Als die Urgroßnichte, die Ulrike Wilson, geb. Wilsing, von Eduard Wilsing von den Bemühungen erfuhr, dass mit Aufführung des Oratoriums und den Dokumentationsarbeiten des Hörder Heimatforschers Willi Garth Eduard Wilsing in Dortmund wieder Bedeutung erlangt, stelle Kopien von Klaviernoten zur Verfügung, die sie von ihrem Vater, Gustav Adolf Heinrich Wilsing (1901-1993) erhalten, über ihren Großvater, Dr. Gotthilf Heinrich Wilsing (1850-1834) erhalten und von Conrad Friedrich Gustav Wilsing (1807-1895), dem älteren Bruder des Komponisten stammten. Nach dem Bekanntwerden wurde diese Werke in Absprache mit dem Künstlerischen Leiter des Westfälischen van Bremen Klavierwettbewerbs, Rainer Maria Klaas, einbezogen und wurden Ausgangspunkt für die Initiative, das gesamte Klavierwerk neu herauszugeben. Neben den Klavierwerken hat wurden von  Guido Johannes Joerg  inzwischen auch weitere Arbeiten von Daniel Friedrich Eduard Wilsing im Verlag Dohr herausgegeben.
Bestandteil der Sammlung war auch die Fassung:


op. 1, Sonate Nr. 1, Trois Grandes Sonates Pour le Pianoforte
Ludwig Berger gewidmet, erschienen 1838


Aus dieser Sammlung stammt auch:
op., 6 Caprice, Caprice pour le Pianoforte, E-dur, erschienen Dezember 1840

Die Veröffentlichung des Werkes wurde u.a. auch in der Neuen Berliner Musikzeitung ausgewiesen.

Auch die seinem Freund, Dr. Rudolf Jacobi, gewidmete Fassung
op. 7, Sonate Nr. 4. Fis-dur, Sonate pour le Pianoforte
(„ à son ami Rudolphe Jacobi“), entstammt dieser Sammlung, erschienen Mai 1842

 

Die Veröffentlichung des Werkes wurde u.a. auch in der Neuen Berliner Musikzeitung ausgewiesen. 

Mit der Widmung für Eduard Schröder hat Eduard Wilsing dem  Garnisonsauditeur der Festungs- und Hansestadt Wesel gedankt, der sein Klavier- und Kompositionsschüler in Wesel war und wesentliche Vorbereitungen für den erfolgreichen Umzug nach Berlin geschaffen hatte. (Auch ein Sammlungsbestandteil.)
op. 10,  Fantasia fis-moll, Fantasia per il Pianoforte, Eduard Schröder gewidmet,  

erschienen vor dem 4. Mai 1842

 

Die Veröffentlichung des Werkes wurde u.a. auch in der Neuen Berliner Musikzeitung ausgewiesen. 


Es ist bisher nicht gesichert bekannt, ob es sich dem Freund W.L. Wedderkop um Friedrich Wilhelm Ludwig Wedderkop handelt, dem Eduard Wilsing dieses in dem Berliner Verlag Carl Paez veröffentlichte, der ansonsten Tanzmusik, Lieder und Männerchorsätze. Auch diese Werk befand sich in der o.g. Sammlung.
  

op. 11, Humoreske e-moll, Humoreske (in canonischer Form) für das Pianoforte,
W.L. Wedderkop gewidmet, erschienen April 1850


Als weiteres Klavierwerk wurden bei der Neuherausgabe aller Klavierwerke die zwischen ein frühes, 1829 bis 1834 in Wesel entstandenes Werk aufgenommen, das vermutlich im Zusammenhang mit der Befassung von Bachwerken und den "Studien in der Theorie der Musik" gestanden hat. Das Autograph dieser Arbeit befindet sich in der Königlichen Bibliothek in Brüssel.
Drei Fugen für das Pianoforte 

Eine frühe Arbeit Wilsings waren die vor 1833 erstellten 

"Studien in der Theorie der Musick",

 Erste Theil. | Generalbass. | beim Org. Wilsing. | zu Wesel. | Studien | in der Theorie der Musick. | zweiter Theil. | Contrapunct. | /Einfacher/. | Nachahmung | und | Canon. | Beispiele und Ausarbeitungen | zum II Theile der Studien in der Theorie | der Musik. | Einfacher Contrapunct. - Nachahmung. - Canon. Eine Abschrift liegt der Universitätsbibliothek Gdansk als Geschenk von der Naturforschenden Gesellschaft in Danzig aus dem Jahr 1907vor, die aus dem Nachlaß von Dr. Friedrich Ernst Kayser stammt. F.E. Kayser war Astrophysiker, Pianist und „erfinderisch“ tätig. Sein Zugang zudem Werk von Eduard Wilsing könnte aus dem Kontakt zu dessen Sohn, entstanden sein, der Hauptobservator am Astrophysikalischen Observatorium in Potsdam war. In der Arbeit ist eine Befassung mit Bachs Kunst der Fuge und Modifikationen in den Ausführungsbeispielen erkennbar. Eine Veröffentlichung ist nicht bekannt.

Weitere Handschriften, zu denen bisher keine Veröffentlichungen bekannt sind, befanden sich in der Sammlung von Materialien, die Eduard Wilsing in Wesel zurück gelassen hat. Bestandteil waren die Abschriften, die er von seinem Urgroßvater Johann Gottlieb Preller übernommen hatte und vor allem späte Bachwerke umfassten. Diese "Bach-Sammlung" die oft als  "Mempell-Preller-Sammlung"  bezeichnet wird, war auch ein Ausgangspunkt für die im Jahr 1904 erfolgt Neuherausgabe aller Klavier- und Orgelwerke Bachs durch Max Seiffert.
Bestandteile dieser Sammlungen waren die von Eduard Wilsing

Telemanns Fugierten und veränderten Choräle (Partitur) 

Sinfonie in D-dur


Die 1832 in Wesel fertig gestellte
Sinfonie (in D#) composta da / Fr.Ed. Wilsing. = Partitura. = Wesel im November / 1832 (gemeint ist die Tonart D-Dur), hatte er für "sein" Orchester in Dortmund komponiert, in dem er als Schüler in der Zeit von etwa 1819 bis 1825 mitgewirkt hatte. Die Uraufführung erfolgte am 3.3.1841 im Festsaal der Gesellschaft Casino. Das Autograph der Sinfonie befindet sich im Schumann-Haus Zwickau.

Auf die Komposition wird in einem Beitrag auf der Internetplattform:
pizzicato - Remy Franck's Journal – Classics In Luxembourg eingegangen. Hier.
Der ausführliche Text des Herausgebers, Guido Johannes Joerg, steht hier zur Verfügung.

Ein Life-Mitschnitt der ersten Wiederaufführung der Sinfonie vom 15.9.2024 im Konzerthaus Dortmund durch das Dortmunder Jugendsinfonieorchester - DORTMUNDMUSIK - ist verfügbar.  Weitere Informationen in den Veröffentlichungshinweisen.

Psalmvertonung und

Oratorium


Pslamvertonung "De profundis"

Erläuterung zu einem der Hauptwerke von Eduard Wilsing

Mit dem Arbeiten an diesem 16stimmingen Werk hatte Eduard Wilsing, nachdem er während seiner Tätigkeit in Wesel u.a. Sonaten, Fugen, Chorwerke, Lieder, Messen, Trios, eine Sinfonie und auch seine theoretischen Studien in der Theorie der Musik verfasst hatte, bereits im Jahr 1833 begonnen. 

Als Textvorlage wählte er das Bußgebet, das Luther als 130. Psalm einordnete: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr zu Dir“. In der lateinischen Fassung des 129. Psalms heißt es: „De profundis clamavi ad te, Domine.“

Die Arbeiten schloss er nach 7 Jahren im Jahr 1840 in Berlin ab und reichte sie der Singakademie Berlin ein. Prüfung erfolgte jedoch erst im Jahr 1850 durch die preußische Akademie der Künste, die sich positiv äußerte.  Nachdem Franz Kugler, Kunsthistoriker, Maler, Schriftsteller, Historiker, Zeichner und Komponist, das Werk dem König Friedrich Wilhelm IV empfohlen und dieser die Druckkosten übernahm, widmete ihm Eduard Wilsing im März 1851 das Werk, für das er durch den König mit der „Großen goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft“ ausgezeichnet wurde. 

Die Veröffentlichung des Werkes erfolgt im Verlag Schlesinger, Paris, am 19./21.2.1853. Eine Ausgabe übersandte Hermann Krigar, ein Freund Eduard Wilsing, an Robert Schumann,  den er als Lehrer des Leipziger Konservatoriums (Leitung: Felix Mendelssohn Bartholdy) kannte. Er bat ihn um eine Stellungnahme.   

Robert Schumann antwortete Hermann Krigar antwortete bereits am 16.3.1853 und betonte, dass es zu den größten Freuden gehöre, die hohe Kunst des Tonsatzes zu finden, die der Psalm überall offenbart, wie man sie nur bei S. Bach begegnet. Er bezeichnete Eduard Wilsing als einen „musikalischen Meister“, erläuterte, dass eine Aufführung nicht mehr in dem bereits geplanten Rheinischen Musikfest berücksichtigen könne und empfahl eine Aufführung. Nach Leipzig hatte er bereits Kontakt aufgenommen. Unter ungünstigen Bedingungen fand die Aufführung ohne Beteiligung von Eduard Wilsing am 29.10.1853 in  der Thomaskirche in Leipzig statt. 

Besprechungen des Werkes erfolgten unter anderem 1853.
 

In der in Paris erschienenen „Gazette musicale“ vom 3.7.1853 ging Francois-Joseph Fétis ausführlich auf die Psalmvertonung De Profundis von Eduard Wilsing ein und fasste abschließend zusammen  : 

 

„Nachdem ich das festgelegt habe, bekenne ich, dass die große Komposition des Herrn Wilsing meiner Meinung nach ein Werk von großem Wert ist, sowohl was die allgemeine Konzeption betrifft, als auch die Einzelheiten im Ausdruck, in der Harmonik, Stimmführung, Modulation und Instrumentationskunst….“ 

 

 Robert Schumann ging in einem Beitrag unter dem Titel „Neue Bahnen“ am 23.10.1853 ebenso auf das Werk ein: 


„Von aller neuen geistlichen Musik, die ich kenne, wüßte ich nichts, was diesem zu vergleichen wäre; es scheint mir ein ganz ausgezeichnetes Meisterwerk in jeder Beziehung. Abgesehen von der hohen Kunst des Tonsatzes, die der Psalm überall offenbart, wie man ihm nur in S. Bach begegnet., von der meisterhaften und eigenthümlichen Stimmführung, vor allen Vorzügen, die dem musikalischen Meister auszeichnen, ist es vor allem der tief religiöse Charakter, der aus dem Psalm uns in erhebener Weise anspricht. Der Künstler, der es geschaffen hat, ist, der Höhe seiner Musik nach, ein zu festgegründeter Geist, als daß ihm das Urtheil der Welt etwa anhaben könnte.“ 

 
Das Werk gehörte schließlich zu den Übstücken der Singakademie in Berlin und wurde am 11.10.1862 unter der Leitung von Eduard Grell, dem Leiter der Singakademie, aufgeführt.  

 

Arnold Mendelssohn warb am 2.10.1926 in einem Referat auf dem 14. Deutschen Bach-Fest für die Berücksichtigung für Aufführungen. Dies auch gegen die mögliche Einschätzung, dass ein Werk, das so lange für „Nichts“ gehalten wird, wohl nichts tauge. 

Eine belegbare Aufführung erfolgte am 11.6.2016 im Dortmunder Konzerthaus.

Titelblatt der Originalausgabe

Übersicht über Eckdaten, die Entstehungsgeschichte und die Aufführung des Oratoriums.



Oratorium "Jesus Christus"


Eduard Wilsings Hauptwerk und Vermächtnis kann im Zusammenhang mit dem im Jahr 1890 schließlich mit dem 3. Teil des Oratoriums "Jesus Christus"  bezeichnen. Während die ersten beiden Teile unter der Leitung von Arnold Mendelssohn, seinem Schüler und Vertrauten, am 22.6.1889 in der Beethovenhalle Bonn aufgeführt wurden, erfolgte die komplette Aufführung aller 3 Teile am 19.4.1891 in der Christuskirche in Bochum unter der Leitung von August Große-Weischede.
 

 Jesus Christus, Oratorium für 8 Stimmen und Orchester 
1. Teil  „Der Weg des Heils“
2. Teil „Die Erlösung“
3. Teil „Die Vollendung“

Musikhinweis: Eine nach der Partitur erzeugte digitale Fassung eines Duetts Nr. 1 steht zur Verfügung:
WILSING JESUS CHRISTUS Zweite Abteilung N°1 Duett - YouTube

Materialien:
Gliederung des Oratoriums in den 3 Teilen
Kölnische Zeitung vom 29.6.1889 zur Aufführung der ersten beiden Teile des Oratoriums in der Beethovenhalle Bonn am 22.6.1889
Kleine Chronik zur ersten und bisher einzigen Aufführung des Oratoriums in der Christuskirche Bochum am 19.4.1891

Abbildung des Audiographs der 3 Teile mit der Schlussanmerkung:
S.D.G. [soli deo gloria] Vollendet Berlin im September 1890. Fr. Ed. Wilsing

(Hinweis: Den Satz „soli deo gloria“ - „Gott allein sei Ehre!“ schrieb auch J.S. Bach unter jedes seiner Werke.) 

Oratorium "Gott allein sei Ehre"

Unter diesem Titel hatte Eduard Wilsing als 82-Jähriger nach Uraufführung des kompletten Oratoriums "Jesus Christus" am 19.4.1891 bereits die Konzeption für sein nächste Projekt erstellt. Wie weit die Arbeiten bei seinem Tod am 2.5.1893 fortgeschritten waren ist nicht bekannt.

Übersicht über die Konzeption des Oratoriums 


Vokalwerke für Einzelstimmen, Gemischten Chor, Männerchor

Eduard Wilsings Vokalkompositionen wurden nur selten als Einzelwerke herausgegeben, sondern teilweise eigens für Sammlungen geschaffen und so in verschiedenen Veröffentlichungen übernommen. Es ist davon auszugehen, dass noch weitere Arbeiten von ihm in Sammelbänden bekannt werden.

Insofern sind in einer frühen Zusammenstellung auch noch nicht alle heute bekannten Werke aufgenommen.

Einige Liedvertonungen werden hier vorgestellt:


op. 5, Fünf Lieder mit Klavier, Ein altdeutsches Gedicht, ansonsten Texte von Johann Wolfgang von Goethe
1. Nähe des Geliebten: Ich denke dein
2. Gruß aus der Ferne: Weht ihr Winde 
3. Wandrers Nachtlied: Über allen Gipfeln ist Ruh’ 
4. Das Veilchen: Ein Veilchen auf der Wiese stand

5. Sehnsucht: Nur wer die Sehnsucht kennt
erschienen: November 1840


 
 
(Gemeinsam mit den 4 anderen Werken in der Gesamtausgabe: 2. Gruß aus der Ferne:
 Weht ihr Winde 3. Wandrers Nachtlied:
 Ueber allen Gipfeln ist Ruh’ 4. Das Veilchen:
 Ein Veilchen auf der Wiese stand 5. Sehnsucht:
 Nur wer die Sehnsucht kennt)

Hebräische Original-Melodien mit untergelegtem Text von Lord Byron (mit dt. Übersetzung) für Gesang und Klavier (Hebrew Melodies), erschienen vor 1840

Vier Gesänge für tiefe Stimme, erschienen März 1848
1. Wiegenlied: Am dunklen Himmel viel Sterne geh'n
2. Der Augenblick: Warum denn währt des Lebens Glück
3. Vorübergegangen: Wenige Tage
4. Geh' nur hin: Ich war auch jung

Das Lied vom Schmetterling, nach einem Gedicht von Herder,
erschienen März 1858

Das Lied zu Ludwig van Beethoven, op. 48
Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre auch genannt: Die Ehre Gottes aus der Natur 
für gemischten Chor – Sopran, Alt, Tenor, Bass, erschienen 1865 in Sängerhain: Sammlung heiterer und ernster Gesänge für Gymnasien, Real- und Bürgerschulen, herausg. Ludwig und Friedrich Erk und W. Geefe, elfte Auflage 

Bach-Werke

Eduard Wilsing hat neben den bedeutenden Oratorien/Passionen von J.S. Bach auch Lieder bearbeitet. Seine Arbeiten wurden vielfach wegen seiner hohen Qualität gelobt. Er war mit dem Werk Bachs vertraut, da er sich durch dass Studium seiner Werke das "Tonsetzen" eigenständig erschlossen hatte. Er hatte nie Kompositionsunterricht.

Bearbeitungen der Matthäus-Passion

Bach, J.S., Matthäus-Passion,

 Klavier-Auszug mit deutschem Text 8 º

Verlags-Nr. 7400, erschienen vor dem 4.2.1857, vermutlich 1856

Bach, J.S., Matthäus-Passion, 

Klavier-Auszug mit deutschem Text 4 º

Verlags-Nr. 3698, Erstveröffentlichung vermutlich 1850
 

Eine Veröffentlichung wurde auch in der Neue Berliner Musikzeitung am 4.2.1857 ausgewiesen.

In einer Besprechung des Klavierauszugs in der Neue Berliner Musikzeitung vom 1.4.1857 betont Ludwig Rellstab (Verleger, Musikkritiker) betont er, dass "nur ein gründlich gebildeter Menschen ein solches Werk schaffen kann".


Bach, J.S., Matthäus-Passion, 

Chorstimmen, Verlags-Nr. 3693

Es ist anzunehmen, dass diese Fassungen nach dem Tod von Felix Mendelssohn Barthodly, der das Werk erstmals wieder vollständig 1829 aufgeführt hatte, nachdem er eine Abschrift der Partitur zum 15. Geburtstag von Bella Salomon (Verwandtschaft mit der Ehefrau von Eduard Wilsing) mit der Erwartung für eine Aufführung geschenkt bekommen hatte. Nach dem Tod von Felix Mendelssohn Bartholdy nahm die Aufführungshäufigkeit und damit die Bekanntheit des Werkes ab. Mit den Klavierauszügen von Eduard Wilsing wurden die Realisierung der Wiederaufführung in London und Aufführungen in Wien und Paris unterstützt, die die Bedeutung des Werkes international betonten.

 

Bach, J. S. Weihnachtsoratorium

nach den Evangelisten Lucas und Matthäus arrangiert von DFE Wilsing BWV 248, Klavierauszug, Verlags-Nr.  3988 (Ein Original der Erstausgabe liegt vor.)


Bach, J. S. Weihnachtsoratorium 

nach den Evangelisten Lucas und Matthäus arrangiert von DFE Wilsing BWV 248,  Klavierauszug, Verlags-Nr.  4001

Ankündigungen über Veröffentlichung des Klavierauszuges von Eduard Wilsing in der "Neue Berliner Musikzeitung", Berlin, am 16.9. und 9.12.1857, in der ausdrücklich auf die Verwendung in der "bevorstehenden ersten Aufführung dieses Werkes" aufmerksam gemacht wird.

Bach, J.S. Weihnachtsoratorium, 

Reproduktion des Autograph

In einer kurze Geschichte des Weihnachtsoratoriums (Stand: 1.11.2025) wird die Bedeutung des von Eduard Wilsing erstellten Klavierauszugs beschrieben. Dieser war eigens für die erste vollständige Wiederaufführung des Werkes am 17.12.1857 in der Singakademie Berlin veröffentlicht worden. Eduard Grell, der Leiter der Singakademie, der auch Eduard Wilsings 16stimmiges Oratorium De profundis aufgeführt hatte, leitete diese Aufführung.


Beethoven-Werke

Über Prof. Ludwig Bischoff (Direktor des Weseler Gymnasiums, Musiker, Dirigent, Verleger, Musikkritiker, Mitbegründer des ersten Beethovenvereins) hatte Eduard Wilsing Zugang zu dem Werk von Ludwig von Beethoven gefunden.  Der in Berlin studierende 18jährige Ludwig Bischoff hatte um 1812 direkten Kontakt zu Beethoven in Berlin, der zu diesem Zeitpunkt 42 Jahre alt war. Bischoff war Gründer und Leiter eines Studentenorchesters, das nachweisbar die Phantasie für Chor, Klavier und Orchester, op 80, von L.v. Beethoven uraufführte. Eduard Wilsing verwendete für die von ihm in Wesel komponierten Chorwerke auch Beethoven-Motive. 

 

Beethoven, Ouverture célèbr d’Egmont

arrangiert von Eduard Wilsing, in der Sammlung Auswahl der beliebtesten Ouverturen für das Pianoforte zu vier Händen Nr. 1, erschienen vor 1852

Beethoven, Ouvertüre zu Fidelio in E

op. 72 Klavier zu vier Händen, arrangiert von Eduard Wilsing, erscheinen vor 1852 


Die Veröffentlichung des Werkes wurde u.a. auch am 29.12.1852 im Concurrenz-Catalog von Bote & Bock ausgewiesen. Das Autograph oder ein Exemplar der bisher bekannten 2 Ausgaben konnte bisher nicht aufgefunden werden.


Beethoven, Tripelkonzert, op. 56, Gr. Concert für Pianoforte, Violine und Violoncello

(Allegro, Rondo alla Polacca), erschienen September 1863



Beethoven, Sinfonie Nr. 5 (C-moll), op 67, 

für Klavier zu vier Händen, erschienen August 1868


Beethoven, Sinfonie Nr. 7 (A), op 92, für Klavier zu vier Händen, erschienen August 1859


 

Beethoven, Sinfonie Nr. 8 (F), op. 93, 

(herausgegeben bei C. Hasinger, Wien nach 1826)

für Klavier zu vier Händen, erschienen um 1858

 

Beethoven, Sinfonie Nr. 9 (D-moll) 

(Uraufführung am 7.5.1824 in Wien), op. 125, für Klavier zu vier Händen, erschienen Dezember 1868

(1826 erschien die 9. Sinfonie im Druck als Beethovens Opus 125 bei Schott in Mainz.) 


Georg Friedrich Händel

Händel, Georg Friedrich, Messiah
a sacred oratorio = Der Messias 

 Der Messias: Oratorium mit deutschem und englischem Texte / componiert von G.F. Händel Vollständiger Klavier-Auszug. Nach der Mozart’schen Benutzung der Londoner Partitur neu eingerichtet von F.E.Wilsing, erschienen 1842, neu aufgelegt 1850

Die Veröffentlichung des Werkes wurde u.a. auch am 29.12.1852 im Concurrenz-Catalog von Bote & Bock ausgewiesen. 

Händel, Georg Friedrich, Messias/Messiah 

Vollständiger Klavierauszug bearbeitet von Fr. Ed. Wilsing HWV 56 (153 Seiten) (Klavierauszug dt./engl.), Bote & Bock Verlagsverzeichnis-Nr.  7400, erschienen um 1860

Händel, Georg Friedrich, Messias/Messiah  

Vollständiger Klavierauszug bearbeitet von Fr. Ed. Wilsing HWV 56, (Klavierauszug dt./engl.), Schlesingentsche Buchhandlung, Berlin =

Verlag Schlesinger, erstellt vor dem 15.6.1853

Wolfgang Amadeus Mozart

Zugang zu dem Werk von W.A. Mozart fand Eduard Wilsing vor allem über Ludwig Berger. Der über Berlin hinaus auch international bekannteste Pianist und Lehrer für Klavier und Komposition schätzte Mozart über Beethoven hinaus. Zwischen beiden bestand ein Vertrauensverhältnis, so dass auch Eduard Wilsing während einer Erkrankung Bergers Werke abschloss. Neben den nachfolgend ausgewiesenen Werk gibt es weitere, bei denen jedoch der Nachweis, dass es sich um Bearbeitungen von Eduard Wilsing handelt, nicht sicher ist.

Mozart, W.A. Ouvertüre Don Juan in D, 

arrangiert DFE Wilsing

für Klavier zu 4 Hände, erschienen 1839

Die Veröffentlichung des Werkes wurde u.a. auch am 29.12.1852 im Concurrenz-Catalog von Bote & Bock ausgewiesen.

Messen von Eduard Wilsing

Neben der nachfolgend ausgewiesenen Messe von Eduard Wilsing sind u.a. von Eduard Wilsing und in Veröffentlichungen weitere Messen bekannt, die jedoch bisher nicht aufgefunden werden konnten. Dazu zählen:

Messe für 4 Stimmen und Orchester 

für die Königliche Musikschule Den Haag im Auftrag von F. Wirtz, fertiggestellt vor 1834

Soester Messe, fertiggestellt vor 1828


Messe in g-Moll 

von D.F.E Wilsing für einen Doppelchor Nr. 58 „Et in carnatus est“ 


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Fugetta


Eine kleine Fugetta für die Orgel von Eduard Wilsing wurde in einem Sammelband des Jahres 1770 im Institutes für Musikwissenschaften "zufällig" gefunden. Dabei handelt es sich nach Einschätzungen von Musikwissenschaftlern um ein Übstück, das ein Schüler von Eduard Wilsing an dieser Stelle auf einer leeren Seiten des Bandes notiert hat. Es entspricht in etwa den Stücken, die Eduard Wilsing als Beispiele seinen "Studien in der Musik" (siehe oben) beigefügt hatte.

 Da auf der Handschrift des Autographs im Titel angegeben ist: „Fugatta v. E. Wilsing“ („v“ = von) könnte es sich so um eine Abschrift einer Aufgabe aus dem von Eduard Wilsing erteilten Kompositionsunterricht in Wesel oder Berlin handeln, bei der ein Schüler einen zweistimmigen Satz in eine vierstimmige Fugenexposition übertragen hat. 

Für die Arbeit scheint das Motiv aus dem 5. Satz (Alla breve) der Flötensonate 367a von Händel Verwendung zugrunde gelegt worden zu sein.



Bei einer aktuellen Bearbeitung der Handschrift wurden erkennbare Ungereimtheiten der Notierung "geglättet", in einer möglichen Variante aktualisiert und das Ergebnis in einer Audiodatei digitalisiert. Die Bearbeitung erfolgte durch Achim Fiedler.
Auszug aus der Abschrift
Beispiel für eine aktualisierte Bearbeitung
Audiodatei der Fugetta