Urkunden
Die Geburts- und Taufurkunde von Eduard Wilsing sowie die Todesurkunden zu Eduard, Clara und Johannes Wilsing geben Auskunft für bedeutsame Zusammenhänge.
21.10.1809
Geburts- und Taufurkunde von Eduard Wilsing
Die Geburts- und Taufurkunde weist aus, dass Daniel Friedrich (Friederich) Eduard Wilsing am Samstag, 21. Oktober 1809, um 7.00 Uhr geboren wurde. Er wurde am Donnerstag, 2.11.1809, getauft.
Der Eintrag aus dem Kirchbuch der Evangelischen Kirche Hörde geben die Vornamen der Paten einen Hinweis darauf, wieso Daniel Fried(e)rich genannt wurde:
Der erste genannte Pate war der Hörder Maire (Bürgermeister) Daniel Wilhelm Mark.
Der lutherische Prediger Friederich Engelberth Schütte wurde als zweiter Pate genannt.
(Friederich Engelberth Schütte wird im Predigerverzeichnis für Westfalen als Friedrich bezeichnet.)
Eduard Wilsing verwendete jedoch kontinuierlich den Vornamen „Friedrich“.
Eine Bekanntschaft zu dem luth. Prediger Schütte ergab sich für den reformierten Pfarrer Johann Wilhelm Wilsing dadurch, dass dieser (15.12.1805) wie er (30.6.1805) in Hörde die Aufgaben als Predigers übernahm. Eine Kooperation zwischen den beiden Predigten und damit den Gemeinden scheint es bis zum Tod von Friedrich Schütte im Jahr 1817 gegeben zu haben. Danach kam es aber nicht mehr zu der ursprünglichen gewollten Zusammenlegung beider Gemeinden. Auch Wilhelm Wilsing wendete sich schließlich dagegen.
Welche Hintergründe für die Namensnennung „Eduard“ für die Eltern maßgeblich waren, ist bisher nicht bekannt.
Bei der ausgewiesenen Patin, Friederike Preller, handelt es sich vermutlich um die ältere Schwester der Mutter, Philippine Wilsing, geborene Preller.
2.5.1893
Todesurkunde von Eduard Wilsing
Die am 3.5.1893 ausgestellte Todesurkunde weist aus, dass Eduard Wilsing am Dienstag, 2.5.1893, um 10.30 Uhr in der Wohnung Königgrätzer Straße 58 (Berlin-Mitte - Pension Gerrich) gestorben ist. Der Sohn, Johannes Wilsing, hat den Tod angezeigt und mit dem unterzeichneten Hinweis, das der "aus eigener Wissenschaft von diesem Sterbefall unterrichtet" sei, bestätigt, dass seinen toten Vater gesehen und von seinem Tod überzeugt hatte.
Eduard Wilsing hatte getrennt von seiner Frau gelebt, die zu diesem Zeitpunkt eine Wohnung in der Motzstraße 91 bewohnte. Bis zum Jahr 1889 lebte das Ehepaar gemeinsam in der Wohnung in der Genthinerstraße 7.
Der Sohn ließ bei der Anzeige des Todes seines Vaters die Namen dessen Eltern für den Vater den Vornamen des Vaters und den Vor- und Geburtsnamen seiner Mutter als "nicht bekannt" vermerken.
Er hatte seine Großmutter, die 20 Jahre vor seiner Geburt gestorben war und den Großvater, der ein Jahr nach seiner Geburt starb, nicht kennenlernen können.
27.9.1906
Todesurkunde von Clara Wilsing, geb. Hitzig
Die am 27.9.1906 vom Standesamt Charlottenburg ausgestellte Todesurkunde bestätigt, dass Clara Wilsing, geb. Hitzig, am Donnerstag, 27.9.1906 um 2 Uhr verstorben ist. Sie starb am Tag nach ihrem 79. Geburtstag in ihrer Wohnung in der Kleiststraße 29. Der Sohn, Johannes Wilsing hatte die Anzeige am Todestag aufgegeben und mit der unterzeichneten Formel "aus eigener Wissenschaft unterrichtet" bestätigt, dass er die Tode gesehen und sich von ihrem Tod überzeugt hatte.
23.12.1943
Daniel Moritz Johannes Wilsing
In der am 30.12.1943 (eine Woche nach dem Todestag) erstellten Todesanzeige wird bestätigt, dass der "Geheime Regierungsrat, Professor, Doktor der Philosophie, Johannes Wilsing, am Donnerstag, 23.12.1943, um 12.00 Uhr, in seiner Wohnung in der Schützenstraße 6 verstorben ist.
Die Anzeige erfolgte durch August-Wilhelm Knigge, der schon mehrfach Todesanzeigen aufgegeben hatte und dem Standesamt bekannt war. Er war für ein Beerdigungsinstitut tätig.
Er bestätigte, dass er aus "eigenem Wissen" (eigener Wissenschaft) über den Sterbefall unterrichte sei.
Der Eintrag in der Urkunde, dass über die Eltern des Verstorbenen nicht bekannt sind und der Verstorbebe auch nicht verheiratet gewesen sei, weist darauf hin, dass es keine Angehörigen gab und scheinbar auch niemanden, der in dem Nachlass des Verstorbenen in der Sammlung von Dokumenten zu Eduard Wilsing, auf die familiäre Zusammenhänge hätte stoßen können. Dass Johannes Wilsing Unterlagen (Dokumente, Noten) zusammenhielt, ist aus einem Schreiben an Willy Fentsch vom 13.10.1909 belegt.
(Intensive Nachforschungen, u.a. Stadtarchiv der Landeshauptstadt Potsdam sowie im Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, dem Nachfolgeinstitut, in dem Johannes Wilsing tätig war, haben einen Hinweis auf dem Verbleib des Nachlasses ergeben. Insofern ist nicht bekannt, ob die Wohnung nach dem Tod von Johannes Wilsing aufgegeben, der Nachlass von einem Dritten übernommen oder vernichtet wurde.
Bei der Bombardierung Potsdams am 14.4.1945 wurde das Haus total zerstört. Die ehemalige Schützenstraße ist jetzt die "Max-Planck-Straße".